Zusammenfassung: Hyrtlhaus: Teure "Heilung" und ein UFO am Dach 🛸
Das Hyrtlhaus wurde mit viel PR zu einem Jugendzentrum und veganen Café umgebaut. Doch hinter der schönen Fassade verbirgt sich ein finanzieller Blindflug ohne Konzept und Businessplan.
Von Wohlfühl-Architektur und Kostenexplosionen:
PBL-Fazit zur Konzeptlosigkeit: Gute Ideen für unsere Jugend sind extrem wichtig! Aber Konzeptlosigkeit ist ein teurer Spaß, den am Ende die Perchtoldsdorfer zahlen. Man jagt ja auch nicht eine Kuh durchs Dorf und bewirft sie mit Bröseln, in der Hoffnung, dass am Ende ein fertiges Schnitzel rauskommt!
💸🥗 Das Hyrtlhaus-Desaster: Teure "Sanierung durch Heilung" & Veganes Wunschdenken
Die Sanierung des Hyrtlhauses ist ein Paradebeispiel dafür, wie in Perchtoldsdorf Großprojekte aufgezogen werden: Ohne Konzept, ohne Businessplan, mit explodierenden Kosten und völlig am Bedarf (und den Bürgern) vorbei. Aber Hauptsache, die "Wohlfühlarchitektur" stimmt! 🤦♂️
📅 UPDATE SEPTEMBER 2019: Das Fass ohne Boden
Eingangs wurden 300.000 Euro veranschlagt. Dann wurden weitere 60.000 Euro genehmigt. Und noch immer gibt es einen Finanzierungsbedarf von 46.370,35 Euro für die ohnehin angeschlagene Perchtoldsdorfer Immobilien GmbH (PIG). Die Gemeinde darf hier mit 29.409,34 Euro einspringen.
Das sind um 35% mehr Kosten als ursprünglich ausgemacht! Ein klassisches ÖVP-Prestige-Projekt. 💸📉
📅 UPDATE MÄRZ 2019: Das schwarze Prestige-Projekt ist "fertig"
Das Hyrtlhaus hat satte 300.000 Euro Steuergeld verschlungen. Der Mietvertrag für das Hyrtl-Café wurde vorerst auf zwei Jahre abgeschlossen – mit einem kuriosen „Bonus“ für die Mieterin: Wird der Vertrag nicht verlängert, werden 80% der Investitionen bis zu einer Höhe von 90.000 Euro durch die Gemeinde ersetzt! (Randnotiz: Das silberne UFO am Dach, das die Lüftung darstellt, ist übrigens äußerst hübsch geraten und passt ganz wunderbar zum sündteuren Betongrau des Burgvorplatzes.) 🛸🏢
📅 UPDATE FEBRUAR/MÄRZ 2019: Crowdfunding gescheitert – Gemeinde zahlt trotzdem
Wie von uns erwartet, ist die Geldbeschaffung der Betreiber für das vegane Café mittels Crowdfunding gescheitert. Nach Ablauf der Frist war das Projekt lediglich zu 54% finanziert.
Das überrascht uns nicht: Wie die (erst viel später vorgelegte) Jugendumfrage zeigte, wünschen sich Jugendliche in einem Treff Snacks und Gratis-WLAN. "Vegan" stand dort definitiv nicht am Speiseplan. Dennoch will die Gemeinde mit den Betreibern unbedingt einen Mietvertrag abschließen. Wir warten mit Spannung darauf, ob wenigstens eine der prominenten Lage entsprechende Miete verrechnet wird!
Wir freuen uns schon auf den nächsten Bericht des Rechnungshofes – Umbau und Café könnten eine sehr prominente "Empfehlung" werden. 📋🔎
🥦 Exkurs: Vegane Klimarettung vs. Selfie-Manie
An all jene, die glauben, vegane Ernährung rette das Klima im Alleingang: Richtig ist, dass dadurch (je nach Transportwegen) 5-9% der Treibhausgasemissionen eingespart werden können. Richtig ist aber auch, dass Serverfarmen & Co. für das Internet (Amazon, Social Media) einen Emissionsanteil von 20-25% haben – so viel wie Schiffs- und Flugverkehr zusammen! Mich wundert daher etwas diese exzessive Selfie-Manie auf den Klima-Demonstrationen. 📱✈️
🤫 Halbe Transparenz & Ignorierter Rechnungshof
Was wirklich ärgert, sind die über Jahre eingeübten politischen Mechanismen der Vertuschung. Wir haben offiziell nur "Halbtransparenz" bescheinigt bekommen. Dass andere Gemeinden schlechter sind, befreit uns nicht von der Pflicht, es besser zu machen!
Der Rechnungshof hat der Gemeindeführung in Dutzenden Kritikpunkten die Rechnung präsentiert. Wer ständig "Empfehlungen" (lies: Rügen!) kassiert und dann einfach zur Tagesordnung übergeht, hat keine Lernkurve. Persönliche Präferenzen scheinen in Perchtoldsdorf mehr zu wiegen als objektive Kriterien. Eitelkeit schlägt Sachlichkeit.
Die systematische Spätinformation gegenüber Gemeinderäten der Opposition führt dazu, dass gewählte Vertreter Entscheidungen treffen, ohne alle Unterlagen zu haben - demokratiepolitisch inakzeptabel! Egal welches Großprojekt – fast immer erfahren die Betroffenen zuletzt, was ihnen bevorsteht und was es kostet. 🛑
📅 UPDATE DEZEMBER 2018: Wie man Mehrkosten geradezu herbeikonstruiert
Ein echtes Highlight war TOP 22 der Gemeinderatssitzung vom 12.12.2018. Die Bürgerliste hatte das ÖVP-Projekt im Bauland-Kerngebiet von Beginn an kritisiert: Kein Konzept, keine Strategie, kein Businessplan – nicht einmal ein Plan B. Wie die Sachverhaltsdarstellung der Gemeinde dann zeigte, hatten wir ein gutes Gespür für das nahende finanzielle Desaster:
Das ist keine politische Zuspitzung, sondern stand exakt so im öffentlich einsehbaren Antrag! Bereits damals lagen die Mehrkosten bei über 50.000 Euro. 💸
📅 UPDATE MAI 2018: Die versteckte Jugendstudie
Spät aber doch wurde uns die Jugendstudie zur Verfügung gestellt. Einmal mehr sollen Gemeinderäte Entscheidungen fällen, bekommen die Unterlagen dazu aber erst Wochen später! 🙈
Für die Studie (Juli 2017) wurden 219 Jugendliche befragt. Das Ergebnis:
Was nicht abgefragt wurde, für das Café aber wirtschaftlich überlebenswichtig gewesen wäre: Das Gastro-Angebot. Warum? Weil die Betreiber ein veganes Konzept planten! Wie passt das zusammen? Wie soll sich ein veganes Lern-Café rechnen, wenn die Zielgruppe Jugendzentren kaum nutzt und pädagogische Angebote ablehnt? Wo ist der Plan B? Es gibt offenbar Förderungen der Gemeinde. Zusammengefasst: Die herrschende Partei gibt für nicht durchdachte Projekte Geld aus, das nicht da ist, und macht Schulden auf dem Rücken unserer Kinder.
📅 MÄRZ 2018: "Architektur & Heilung" auf Kosten der Steuerzahler
In der Sitzung vom 21.03.2018 wurde das "Sanierungskonzept" vorgestellt. Wir begrüßen einen Jugendtreff und die Sanierung des Hauses ausdrücklich! Aber die Vorgehensweise war ein Skandal:
🧘♀️ Die "Wohlfühlarchitektin"
Mein persönliches Highlight: Das Deckblatt der Präsentation zeigte, dass hier das Büro „architekturundheilung“ am Werk war (aha…). Auf einer Folie wurde als bahnbrechende Errungenschaft gefeiert, dass man ein Fenster in eine Mauer bricht, damit man von innen auf die Burg und von außen ins Café sehen kann. Wow.
Interessant dabei: Die Betreiberin der Website nennt sich selbst "Wohlfühlarchitektin". Hier ist rechtlich festzuhalten, dass die Berufsbezeichnung „Architekt(in)“ in Österreich streng geschützt ist und darf so weit uns bekannt ist erst nach abgelegter Ziviltechnikerprüfung und Vereidigung getragen werden darf! ⚖️
Dem Autor dieser Zeilen kommt es vor, als reiche es in Perchtoldsdorf, einen Wunsch zu deponieren. Am Ende zahlt schon irgendwer. Zum besseren Verständnis: Man jagt ja auch nicht eine Kuh durch das Dorf und bewirft sie mit Eiern und Mehl in der Hoffnung, dass irgendwann ein Schnitzel aus ihr wird! 🐄🥚
🔎 Ihre Perchtoldsdorfer Bürgerliste (PBL) – Wir bleiben dran!
Fragen oder Hinweise zu diesem Fall? Schreiben Sie uns!
⚖️ Hinweis: Alle rechtlichen Einschätzungen in diesem Beitrag geben die politische Bewertung der Perchtoldsdorfer Bürgerliste auf Basis der vorliegenden Unterlagen wieder. Verbindliche Rechtsauskünfte erteilen ausschließlich die zuständigen Behörden und Gerichte.
