Halbherzig digital - dafür teuer phänomenal

Zusammenfassung: Viel Geld für die Online-Welt (und doch kein Impressum) 💻🌐

Nicht nur die Grundstückspreise in unserem Perchtoldsdorf sind „ambitioniert“, auch der virtuelle Raum kostet die Gemeinde ein Vermögen. Aber ist die teure Website das auch wert?

 

Teuer, aber fehlerhaft: Nach fast zwei Jahren Anlaufzeit wurde die offizielle Website der Gemeinde neu vergeben. Doch trotz der hohen Kosten hapert es an den einfachsten Dingen:

  • Gesetzesbruch im Netz: Es fehlte ein echtes Impressum und die Offenlegung nach § 25 Mediengesetz. Auch für kleine Websites ist das eine zwingende rechtliche Vorgabe – eine Gemeinde sollte hier eigentlich Vorbildwirkung haben!
  • Technisch nicht auf der Höhe: Zwar gibt es keine Malware, aber im Bereich Ladezeit (Caching) ist die Seite deutlich verbesserungswürdig.
  • Am Bürger vorbei: Es gibt keine echte Verbindung zu Social Media und keine Möglichkeit zur Interaktion. Analysen zeigen: Die beliebtesten Unterseiten der Besucher sind Freizeitzentrum, Heurige, Burg und die Müllabfuhr. Politik interessiert dort kaum jemanden – aber Notfall- und Bereitschaftsdienste sucht man oft vergebens.

Hinweis in eigener Sache: Die Homepage der Perchtoldsdorfer Bürgerliste kostet die Steuerzahler übrigens exakt 0,00 Euro!


Details - www, wenn ich auf die Rechnung seh'! - Viel Geld für Online-Welt

Die Chronologie des Online-Desasters

👇 März 2018: Endlich! Die Website wird neu vergeben 💻 Nach fast zwei Jahren Diskussion ist es so weit: Die Gemeinde-Website wird endlich neu vergeben. Bis sie dann tatsächlich auch online geht, wird es wohl noch dauern. Es ist ein erster Tropfen auf dem heißen Stein (der ganz oben auf dem Berg namens "Transparenz" liegt). Aber immerhin: Ein Anfang ist gemacht!

 

👇 August 2017: Der Druck wirkt 🛠️ Die hartnäckige Kritik zeigt erste Wirkung. Gemeinsam mit der ÖVP arbeiten nun alle Parteien daran, das Problem konstruktiv zu lösen. Die Homepage soll neu, besser, aktueller, zeitgemäßer und vor allem billiger werden. Dafür werden nun echte Angebote eingeholt. (Übrigens: Auch die Partei-Website der Perchtoldsdorfer ÖVP hätte in Sachen "Aktuelles" dringenden Verbesserungsbedarf...)

 

👇 April & Mai 2017: Der vernichtende Faktencheck der PBL 🔍 Die NEOS-Kollegen monierten die absurden Ausgaben für die Gemeinde-Website perchtoldsdorf.at. Wir haben uns den Spaß gemacht und den sündteuren Auftritt mit frei zugänglichen Analyse-Tools auf Herz und Nieren geprüft.

Das Ergebnis für Zehntausende Euro Steuergeld im Jahr war blamabel:

  • Das (nicht vorhandene) Lob: Es gab zumindest keine bekannte Malware auf der Seite.
  • Das technische Desaster: Die Ladezeit war extrem langsam (Speed und User Experience im tiefroten Bereich). Das Setup war völlig veraltet (Server-Software aus 2010, Programmiersprache aus 2013).
  • Schlechte Sichtbarkeit (SEO): Die Seite war schlecht für Google optimiert (Duplicate Content, fehlende Sitemaps, mangelhafte Bildbeschreibungen).
  • Nicht barrierefrei & nicht "mobile first": Schriftgrößen schwer lesbar, Links und Buttons viel zu klein für Touchscreens auf Handys.
  • Rechtliche Mängel: Bei einer der überprüften technischen Sub-Seiten fehlte sogar ein Impressum bzw. die Offenlegung nach § 25 Mediengesetz.
  • Geringes Interesse: Die Bürger interessierten sich kaum für die Politik-Seiten. Geklickt wurden fast ausschließlich: Rundschau, Heurigen-Kalender, Tennisclub, Burg, Sommerspiele und das Freizeitzentrum.
  • Der reale Wert: Analysetools bezifferten den "Wert" der Website aufgrund der schwachen Performance teils auf exakt € 0,-- (bzw. auf magere 199,- bis 1.300,- Euro). Gekostet hat sie uns ein Vielfaches!

Unser Fazit: Virtueller Platz zum Luxus-Preis

Nicht nur die Grundstückspreise in Perchtoldsdorf sind "ambitioniert", auch der virtuelle Platz ist unsäglich teuer. Es ist inakzeptabel, dass jahrelang Unsummen für eine Homepage hinausgeworfen wurden, die technisch nicht einmal den Mindeststandards entsprach.

 

(Hinweis in eigener Sache: Die Homepage der Perchtoldsdorfer Bürgerliste, auf der Sie sich gerade befinden, wird ehrenamtlich betreut und kostet den Steuerzahler absolut nichts!)