Zusammenfassung: Alter Bahnhof: Betreubares Wohnen oder Spekulationsobjekt? 🚉
Das Gelände rund um den alten Perchtoldsdorfer Bahnhof war lange Gegenstand wilder Bauspekulationen.
Dank der hartnäckigen Arbeit der PBL konnten wir Schlimmeres verhindern, doch das Projekt „Betreutes (jetzt plötzlich: Betreubares) Wohnen“ wirft weiterhin Fragen auf.
Unsere Erfolge – und unsere Sorgen:
Unser Fokus: Wir werden den Bau, die Verträge und vor allem die Vergabe der Wohnungen mit Argusaugen beobachten. Das Projekt muss den Perchtoldsdorfern zugutekommen und darf nicht an Intransparenz scheitern!
🚂 Alter P'dorfer Bahnhof: Von REWE-Klotz & ÖBB-Spekulation zum "Betreuten Wohnen"
Das Areal rund um den Alten Perchtoldsdorfer Bahnhof und die Kaltenleutgebner Bahn war jahrelang Gegenstand wilder Bauspekulationen und kühner politischer Phantasien. Dass das historische Gebäude heute der Gemeinde gehört und das Gelände nicht unter einem massiven Supermarkt oder einem gigantischen Wohnsilo begraben wurde, ist dem hartnäckigen Widerstand der Bürgerliste und engagierter AnrainerInnen zu verdanken! 🛑🌳
Hier ist die detaillierte Chronik – mit allen Hintergründen, rechtlichen Winkelzügen und gebrochenen Versprechen:
🏢 UPDATE 2021/2022: Der feine rechtliche Unterschied
Interessant ist die quasi nebenbei und völlig geräuschlos vorgesehene Umfirmierung des Projekts von „betreutes“ auf „betreubares Wohnen“. Eine rechtliche und finanzielle Spitzfindigkeit, die für die künftigen Bewohner und die Gemeinde noch massive Auswirkungen auf Leistungen und Kosten haben wird! 📑🔍
📅 UPDATE 2018 & 2019: Zähes Ringen um Kriterien & Dichte
Nach zähem Ringen ist es uns gelungen, die Bebauungsdichte am Areal gering und das Gelände frei zugänglich zu halten (Info-Veranstaltung im Juni 2019).
Viel wichtiger war uns aber das "Wie" der Vergabe. Wir haben Projekte im In- und Ausland analysiert, um aus den – oft teuren – Fehlern anderer zu lernen (wie etwa in Himberg, wo ein Projekt für Betreutes Wohnen dramatisch scheiterte und in "normale" Mietwohnungen umgewandelt werden musste!). In Münchendorf (errichtet von "Heimat Österreich") lernten wir: Alle 23 Wohnungen sind vergeben – allerdings nicht an Einheimische!
Unsere (teils erfolgreich eingebrachten) Forderungen für den laufenden Betrieb:
🚂 UPDATE 2018: Gratis-Skizzen, Dampfloks & fehlende Fahrpläne
Die "kostenlose" Skizze im Umwidmungsakt: Rund um das Projekt gab es stets die Sorge, dass hier für sattes Geld freihändig Tatsachen geschaffen werden. ÖVP-Gemeinderätin Andrea Kö stellte klar, dass "bisher keinerlei Planungs- oder Entwurfskosten entstanden" seien. Vorentwürfe seien nicht beauftragt und Skizzen "kostenfrei zur Verfügung gestellt" worden. Interessant dennoch, dass genau diese auf freiwilliger und nicht entscheidungsreifer Basis erstellten Gratis-Skizzen sich plötzlich hochoffiziell in den Umwidmungsunterlagen wiederfanden! 🪄🖍️
Waldbrandverordnung vs. Dampflok-Fotos: Wenig erfreut waren AnrainerInnen über historische Dampflokomotiven, die – offenbar damit Eisenbahnfreunde bessere Fotos machen können – zwischen den Wohnhäusern kreischend abbremsten, zurückfuhren und unter Ausstoß gewaltiger Rauchwolken wieder anfuhren. Pikant: BGM Martin Schuster hatte die Anrainer kurz zuvor noch informiert, dass Dampfloks aufgrund der Waldbrandverordnung ausschließlich an einzelnen Betriebstagen im Winter (Advent) fahren dürften. 🚂💨
Grundsatzbeschluss ohne Grundlagen: Im März 2018 wurde ein Grundsatzbeschluss gefasst, dem wesentliche Informationen mangelten. Dem "Fahrplan" fehlten schlicht die Stationen! Zuerst sollte der Baurechtsvertrag ausgearbeitet werden, dann erst die Machbarkeit geklärt werden. Wir forderten stattdessen (schon 2015!): Eine Umweltverträglichkeitsprüfung, ein schlüssiges Verkehrskonzept und ein Ortsbildgutachten!
🏗️ UPDATE 2016: Der Kampf gegen den Flächenfraß & Unsere 10 Fragen
Die Gemeinde wollte die Bebauungsdichte von 25% aufheben. Wären die 25% gefallen, hätten theoretisch 100% verbaut werden können! Im Juli 2016 gaben wir 382 Stellungnahmen gegen diesen Wahnsinn ab.
Die Diskrepanz der Zahlen: BGM Schuster sprach von ca. 20 Wohnungen (durch die Baugenossenschaft Terra). Terra-Geschäftsführer Mag. Gunnar Prokop erklärte gegenüber der PBL jedoch, dass 30 Wohneinheiten geplant seien!
Unsere rechtliche & mathematische Entlarvung: Bei 25% Bebauungsdichte wären 600m² bebaubar. Bei Bauklasse II (8m Traufenhöhe) sind zwei Vollgeschoße plus zurückgesetztes Dachgeschoß erlaubt = ca. 1.500m² Wohnfläche. Selbst abzüglich Gängen blieben ca. 50m² je Einheit – womit sich 20 Wohnungen locker ausgehen! Warum also die 25% aufheben?
Dazu reichten wir bei BGM Schuster 10 konkrete Fragen ein:
Bei unserer Kundgebung am 03.09.2016 (65 Teilnehmer) glänzte der Bürgermeister durch Abwesenheit. Baureferent Jan Cernelic stellte lapidar fest, es sei "noch nichts entschieden".
💡 UNSER ALTERNATIV-VORSCHLAG (Juli 2016)
Wir haben der Gemeinde eine viel bessere Lösung präsentiert: Direkt neben dem Kulturzentrum stand ein 2000m² Grundstück zum Verkauf. Bebauungsdichte 60%, extrem zentral, Senioren könnten zu Fuß ins Kulturzentrum, in den Zellpark und ins Zentrum! Wird dieses Grundstück an Bauträger verkauft, entstehen dort teure Luxuswohnungen am freien Markt. Warum hat man dieses Grundstück nicht für die Perchtoldsdorfer Senioren gesichert, Herr Bürgermeister?
💸 UPDATE 2015: Wie alles begann – REWE, ÖBB-Gewinnmaximierung & "Gefahr in Verzug"
Wieder einmal weckte ein Grundstück finanzielle Begehrlichkeiten. Die ÖBB bot das 4.000 m² große Areal (gewidmet als Sondergebiet Nahversorgung, 25%) für 1,4 Millionen Euro an (350 €/m²).
Um diesen Preis zu rechtfertigen, spekulierte man auf eine Umwidmung in Bauland-Wohngebiet. Durch die Schaffung von z.B. 5 Parzellen hätte die ÖBB das Grundstück extrem gewinnbringend veräußern können. Was haben die Bürger davon, dass die ÖBB mehr verdient?! Die Pläne wechselten ständig: Tiefgarage, Supermarkt (REWE), Wohnsilo.
BGM Schuster hatte Anrainern vor der Wahl versichert, eine Umwidmung sei nicht angedacht ("kein Problem, diesen Punkt zurückzustellen"). Nach der Wahl wollte man plötzlich die Bauklasse von I auf I-II (5-8 Meter) erhöhen – obwohl etliche Neubauten in Perchtoldsdorf leer standen!
Während verhandelt wurde, schafften die ÖBB Fakten: Bäume wurden kurzerhand gefällt. Die lapidare Begründung: "Gefahr in Verzug" – die Gemeinde behauptete, nicht eingreifen zu können. 🪓🌳
Der Rettungsschlag & Die Grüne "Tram on Demand" Unsere Flugblattaktionen und Einwendungen zwangen die Gemeinde zum Handeln. Die Trasse wurde gepachtet, um den Betrieb einer Anschlussbahn zu sichern (Wahrung der 1-Jahres-Frist nach Stilllegung). 2017 stimmte der ÖBB-Aufsichtsrat dem Verkauf an die Gemeinde endlich zu.
Der politische Treppenwitz zum Schluss: Das von den Grünen favorisierte PR-Projekt einer autonom fahrenden "Tram on Demand" hoffte vergeblich auf Fördermittel. Die Initiatoren hatten dabei eine rechtliche Kleinigkeit übersehen: Dem autonomen Fahrbetrieb auf dieser Trasse steht das Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr (1968 idFv 2014) schlichtweg entgegen! So viel zur großen Verkehrswende... 🚋🤡
🔎 Ihre Perchtoldsdorfer Bürgerliste (PBL) – Wir bleiben dran!
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⚖️ Hinweis: Alle rechtlichen Einschätzungen in diesem Beitrag geben die politische Bewertung der Perchtoldsdorfer Bürgerliste auf Basis der vorliegenden Unterlagen wieder. Verbindliche Rechtsauskünfte erteilen ausschließlich die zuständigen Behörden und Gerichte.
